Vitalpilze - tatsächlich "Magic Mushrooms"

17. 07. 14

Es gibt elf dokumentierte Heilpilze. Sie stammen vorwiegend aus dem asiatischen Raum - vier davon stelle ich dir heute vor. Vitalpilze sind vor allem in der TCM ein fest verankertes Heilmittel. Aber auch in der europäischen Medizin werden die "Wunderpilze" immer mehr eingesetzt um vor allem bei chronischen aber auch bei akuten Leiden zu lindern oder sogar zu heilen. Des Weiteren dienen die Vitalpilze auch als Nahrungsergänzungsmittel um vorbeugend die Gesundheit zu erhalten.

Die Heilpilze sind so hilfreich bei den verschiedensten Beschwerden weil sie quasi das Übel an der Wurzel packen. Man wendet sie nicht an, um die Symptome einer Krankheit zu behandeln, wie man dies normalerweise mit den schulmedizinischen Medikamenten tut. Die Wirkstoffe, allen voran die Polysaccharide, wirken stimulierend direkt auf das Immunsystem. Die verschiedenen Vitalpilze unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Polysaccharide, was ihre unterschiedlichen speziefischen Wirkungsweisen erklärt. Allen gemeinsam ist die hohe Konzentration dieser Wirkstoffe und somit eine hohe Heilkraft. Weiter enthalten die Vitalpilze Aminosäuren (Eiweissbauseine), Antioxidantien, Polyphenole und Vitamine in unterschiedlicher Zusammensetzung.

 

REISHI

In China und Japan wird der Reishi (japanischer Name) seit über 2000 Jahren zu Heilzwecken eingesetzt. Er wird in der chinesischen Volksmedizin auch der magische Ling Zhi genannt, der göttliche Pilz des Glücks und der Unsterblichkeit. Aber auch Hildegard von Bingen erwähnte seine Vitalkraft und sogar Ötzi trug einen Birkenporling bei sich. Der Reishi ist der König unter den Heilpilzen. Seine grosse gesundheitsfördernde Kraft verdankt er dem hohen Gehalt an Polysacchariden und Tripertenen. Weiter enthält er die Vitamine A, B2, B3, B6, Biotin, Folsäure sowie die Mineralien Eisen, Magnesium, Kalzium, Zink, Kupfer, Mangan und Germanium.

 

Der Reishi hat eine gelblich-orange bis rötlich-schwarze, stark glänzende Oberfläche, weshalb er bei uns glänzender Lackporling genannt wird. Er wächst bevorzugt auf Laubbäumen wie Eichen, Buchen, Erlen und Birken. Durch die grosse Nachfrage wird der Bedarf mittlerweile durch Zuchtfarmen in China und Japan gedeckt.

 

Der Reishi wird bevorzugt eingesetzt zur Lungen- und Leberstärkung (Hepatitis A, B, C), Herz-Kreislaufproblemen, Haut- und Gelenkentzündungen, Autoimmunerkrankungen und Wechseljahrbeschwerden. In Asien wird der Reishi seit mehreren Jahren begleitend bei der Krebstherapie eingesetzt. Nach systematischen Untersuchungen dieser Wirkung ist der Pilz in Japan mittlerweile als Krebsmedikament zugelassen.

 

LION`S MANE

Der Lion`s Mane wird in der Fachsprache Hericium erinaceus genannt. Aber er bedient sich auch Namen wie Igelstachelbart oder Affenkopfpilz und eben Löwenmähne. Alle diese Namen spielen auf sein etwas skurriles Äusseres an. Erinnert er doch tatsächlich an etwas wie eine wilde Mähne: sein weiss- bis cremefarbener, ovaler Fruchtkörper ist von zwei bis drei Zentimeter langen, weichen Stacheln bedeckt, was ihm eben dieses haarige Aussehen verleiht. Er wächst in Asien aber auch Nordeuropa und -amerika - bevorzugt auf Wunden oder bereits abgestorbenen Teilen von Eichen und Buchen. Bereits die Nordamerikanischen Indianer benutzten den pulverisierten Hericium als blutstillendes Mittel. Im Gegensatz zum Reishi ist der Lion`s Mane auch ein beliebter, wohlschmeckender Speisepilz.

 

Der Lion`s Mane ist reich an Kalium, Eisen, Selen, Zink, Germanium und Phosphor, ausserdem an Polysacchariden und Polypeptiden welche das Immunsystem stärken. Er enthält alle 19 freien Aminosäuren und alle acht essentiellen Aminosäuren. Die im Lion`s Mane enthaltenen Erinacine stimulieren den Nervenwachstumsfaktor NGF was sich positiv auf Stimmung und Schlaf aber auch auf Nervenerkrankungen und Gehirnleistung auswirkt.

 

Eingesetzt wird der Lion`s Mane neben Nervenerkrankungen wie MS bevorzugt bei Beschwerden des Verdauungstrakts. Antimikrobielle Wirkstoffe hemmen den Heliobakter pylori, welcher für Magengeschwüre verantwortlich ist. Der Hericium zeigt deutlich positive Wirkung bei Magen-, Speiseröhren-, Dickdarm- und Hautkrebs durch seine antikanzerogenen und Metastasen hemmenden Eigenschaften.

 

CORDYCEPS

Der Cordyceps sinensis, oder auch chinesischer Raupenpilz, stammt ursprünglich wahrscheinlich aus dem tibetischen Hochland und wächst bis auf 5000 Meter Höhe. Das Besondere an diesem Pilz ist, dass er nicht wie die meisten anderen Pilzsorten auf Holz oder anderem pflanzlichem Substrat wächst sondern eine Raupe als Nahrungsquelle benutzt. Die durch den Wind verteilten Sporen befallen im Herbst die Raupen, welche sich in der Erde vergraben wollen um zu überwintern. Die Sporen treiben in den Kopf der Raupe und bewirken, dass sich diese nicht tiefer eingräbt sondern etwa zehn Zentimeter unter der Oberfläche bleibt. Nun benutzt der Pilz die Raupe um sich zu ernähren und zu wachsen. Bis zum Frühling ist von dieser ausser ihrer Hülle nichts mehr übrig. Dafür ragt nun ein 5 bis 15 Zentimeter langer Fruchtkörper aus der Erde der seinem Wirt erstaunlich ähnlich sieht. Der Pilz ist extrem wertvoll und wurde früher mit Gold aufgewogen. Das sammeln und verkaufen des Cordyceps war und ist Heute noch ein wichtiges Zusatzeinkommen für viele Tibeter. Der Pilz ist jedoch viel zu selten um den weltweit wachsenden Bedarf zu decken. Aber es ist zwischenzeitlich möglich, den Cordyseps auf einer geeigneten Nährlösung auf Reisbasis zu ziehen mit sogar noch besseren Heileigenschaften als der des wildwachsenden Raupenpilzes.

 

Der Cordyceps ist extrem kraftvoll und in seiner Heilkraft mit dem Reishi vergleichbar. Der Superpilz wurde bei uns erst durch die chinesischen Läuferinnen bekannt, welche 1993 mehrere Weltrekorde über mittlere Strecken bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart und den Landesmeisterschaften in Peking erzielt hatten. Nachdem ihnen kein Doping nachgewiesen werden konnte, lüftete der Trainer das Geheimnis: die regelmässige Einnahme von Cordyceps war der Grund für die aussergewöhnliche Leistung der Läuferinnen.

 

In der TCM benutzt man den Cordyceps als Nieren-, Lungen- und Leberenergie stärkendes Tonikum. Diesen Organen werden bestimmte Emotionen zugeschrieben: der Niere zum Beispiel Angst, der Leber Wut und der Lunge Kummer. Genau auf diese Emotionen wirkt der Cordyceps positiv ein: er macht mutig, steigert die Lebensfreude und Motivation. Seine zahlreichen Inhaltsstoffe wie Vitamine und Spurenelemente, essentielle Aminosäuren, hochwertige Polysaccharide, Wirkstoffe wie Cordysepin, Ophicordin, Ergesterol, Galactomannan, L-Tryptophan wirken antibakteriell und antitumoral und unterstützen intensiv das Immunsystem.

...und was unbedingt noch zu erwähnen ist: der Cordyseps wirkt ausserdem allem belebend auf die Libido - sowohl bei Frauen wie bei Männern! Was ebenfalls wissenschaftlich belegt ist.

 

MAITAKE

Auch der Maitake wurde früher in Asien und vor allem in Japan gegen Gold gehandelt und seine Fundstellen waren ein gut gehütetes Geheimnis, welches über Generationen in der Familie blieb. Auch er ist, wie der Lion`s Mane, ein Speisepilz. Grifola fondosa ist sein wissenschaftlicher Name und im Volksmund nennt man ihn auch Klapperschwamm oder tanzender Pilz. Dies wohl auch hier wegen seines Aussehens: der Fruchtkörper, welcher Basketballgrösse erreichen kann, ist von zahllosen Pilzhütchen fächerartig bedeckt. Als Standort bevorzugt er den Wurzelbereich alter Eichen oder auch mal von Linden, Buchen oder Kastanien. Auch auf bereits abgestorbenen Bäumen wächst er noch jahrelang weiter. Seit den 1980er Jahre wird der Maitake vor allem in Asien und den USA kontrolliert gezüchtet und intensiv erforscht.

 

Als wertvolle Inhaltsstoffe des Maitake sind Riboflavin, Niacin, Thiamin, Biotin, Folsäure, Mineralstoffe und Spurenelemente (Eisen, Zink, Kalium, Magnesium) sowie das Ergosterin zu erwähnen, welches als Vorstufe des Vitamin D für die Knochengesundheit und gegen Osteoporose vorbeugend wirkt.

 

Was aber den Maitake so überaus potent für unsere Gesundheit macht, sind seine Polysaccharide wie das Beta D-Grifolan und Grifolin der sogenannten D-Fraktion. Diese stimulieren das Immunsystem und die Produktion von Interleukin und Interferon - was den Maitake so wertvoll in der Krebstherapie macht. In zahlreichen Studien wurde die krebshemmende Wirkung des Maitake-Extrakts belegt. Besonders auch begleitend in der Chemo- und Strahlentherapie erleben die Patienten oft Beschwerdelinderung der Nebenwirkungen. Des Weiteren wirkt sich die D-Fraktion positiv gegen die Vernichtung der T-Helferzellen aus, weshalb der Maitake auch in der HI-Virus und AIDS Therapie immer bekannter wird. Vorbeugend wirkt der Maitake als Gesundheits-Booster zum Schutz vor Infektionen, zur Gewichtskontrolle (egal ob Unter- oder Übergewicht) und als Osteoporoseprophylaxe.

 

WIE NEHME ICH DIE VITALPILZE EIN?

Lion`s Mane und Maitake können gut als Speisepilze in die gesunde Küche integriert werden.

Als Kur oder dauerhafte Nahrungsergänzung empfehlen sich Kapseln mit standartisiertem Extrakt und Pulver des von dir gewählten Pilzes. Somit hast du die Vorzüge beider Formen. Als Tagesdosis wird, je nach Körpergewicht, etwa ein bis zwei Gramm empfohlen. Du kannst die Vitalpilze beliebig kombinieren, dann reduzierst du einfach die einzelne Dosis ein wenig.

Bei Unsicherheiten frag deine TCM Therapeutin

 

Kaufe nicht irgendwo irgendein Produkt, nur weil es günstiger ist. Gerade aus Asien hört man immer wieder von verunreinigten und gestreckten Produkten (nicht nur bei Vitalpilzen). Ich vertraue hier der Marke Hawlik, deren Produkte ich bei Biomazing bestelle. Hawlik ist ein deutsches Familienunternehmen, welches selber in China vor Ort kontrolliert bevor die Ware im eigenen Labor geprüft wird.

Wenn du das Kapselnschlucken nicht so magst, empfehle ich dir von Herzen die ausserordentlich kreativen Vitalpilzgetränke von Four Sigmatic welche ich ebenfalls bei Biomazing beziehe. Four Sigmatic ist eine junge Firma aus Finnland, gegründet von innovativen, neugierigen Jungs, welche die Vision haben, Vitalpilze in gut schmeckender Form der Welt zur Verfügung zu stellen. Mit jedem Produkt das du kaufst, schenkt Four Sigmatic ein weiteres einem Krebspatienten.

Biomazing ist mein Lieblings Online Shop. Weil ich hier alles für meine biologisch-vegane Schönheits- und Gesundheitspflege finde und eben immer wieder so aussergewöhnliches wie Vitalpilze entdecke.

 

Natürlich darf ich es nicht verpassen dir zu sagen, dass ich in diesem Text keine Heilversprechen mache und du bei Unsicherheiten deinen Arzt, Apotheker oder Therapeuten kontaktieren sollst. Wenn du noch keinen TCM Therapeuten hast, empfehle ich dir Séverine Rohr in Münchenbuchsee bei Bern. Dieser Text ist als allgemeine Information und Anregung für ein aktives, positives und freudvolles Leben gedacht.

 

Hat dir der Artikel gefallen? Möchtest du die restlichen sieben Vitalpilze ebenfalls vorgestellt bekommen? Oder hast du Wünsche und Anregungen zu Themen über welche ich dir etwas erzählen soll? Dann schreib mir bitte einen Kommentar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare  

#2 Brigitte Arnold 2017-07-17 17:20
Liebe Liki
Ja, es ist wirklich hochinteressant, was diese Pilze in unserem Körper bewirken können! Mit dem Lion`s Mane bist du sicher gut auf deinen anspruchsvollen Berufsalltag vorbereitet - und wenn du den Kaffee doch einmal vermissen solltest, bietet Four Sigmatic auch einen Instantkaffee mit Lion`s Maine an :-)
Ich mag den Lion`s Mane auch sehr gerne - und den Cordyceps - diese Beiden sind meine Lieblinge in der Getränkeform :P

Ich wünsche dir einen guten Start zurück im Alltag - aber jetzt bist du ja gut gerüstet :lol:
Alles Liebe, Brigitte
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#1 Likica 2017-07-16 13:28
Liebe Brigitte!
Ich habe mich so gefreut auf deinen Blog über die Pilze! Es ist sehr spannend! Dank Dir bestelle ich jetzt auch über die Biomazing Internetseite und Dank Dir geniesse ich den Lion`s Mane jeden Morgen statt Kaffee:-) Es ist super lecker!!!

Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich Dir and all the best:-)
Liebe Gruss
Liki
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