Die sieben Säulen der Resilienz

17. 05. 19

Resilienz bedeutet laut Duden: Psychische Wiederstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen.

Sicher ist dir auch schon aufgefallen, wie Menschen unterschiedlich auf ein und dieselbe belastende Situation reagieren. Sei dies Krankheit, Unfall, Verlust der Arbeitsstelle, Trennung vom Partner - die einen gehen gestärkt aus solchen Krisen und andere sind für den Rest ihres Lebens in einem Schock- oder Trauerzustand gefangen oder hadern noch Jahre später mit ihrem Schicksal und stellen sich immer wieder als Opfer der Umstände hin.

 

Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky hat in den 1970er Jahren mit der Wortschöpfung Salutogenese die Frage nach der Entstehung von Gesundheit in die moderne Wissenschaft gebracht. Man bezeichnet Salutogenese als die Wissenschaft von Gesundheit. Dem Lateinischen entnommen bedeutet Salus Gesundheit und Genese Entstehung. Salutogenese ist also das Gegenteil von Pathogenese, was Entstehung von Krankheit bedeutet.

Wie wir nun auf traumatische Ereignisse reagieren und diese im Weiteren in unsere Lebensgeschichte integrieren, ob ein Ereignis pathogen oder salutogen wirkt, hängt von unserem Kohärenzgefühl ab.

Denn Voraussetzung für Resilienz ist das Vorhandensein des Kohärenzgefühls. Dieses hat nach Antonovsky drei Aspekte und wird in der Kindheit gebildet und soll im Erwachsenenalter relativ stabil bleiben. Dies wird jedoch zwischenzeitlich stark in Frage gestellt. Denn mit den unten aufgelisteten sieben Säulen zur Bildung der Resilienz hat man die Erfahrung gemacht, dass das Kohärenzgefühl auch im Erwachsenenalter noch gut gefördert werden kann.

Das Kohärenzgefühl (sense of coherence) besteht aus den folgenden drei Anteilen:

  1. Das Gefühl der Verstehbarkeit. Die Fähigkeit, die Zusammenhänge des Lebens zu verstehen.
  2. Das Gefühl der Machbarkeit. Die Überzeugung, dass man das eigene Leben gestalten kann.
  3. Das Gefühl der Sinnhaftigkeit. Der Glaube daran, dass das Leben oder das Bemühen um Veränderung einer Situation einen Sinn hat.

Wenn wir spüren, dass wir in einem oder mehreren der drei Anteile im Mangel sind, haben wir die Möglichkeit, diese mit den folgenden sieben Säulen zu stärken. Bedenke, dass auch hier viel Bewusstseinsarbeit geleistet werden muss. Vielleicht müssen Traumen aufgedeckt und verarbeitet oder generationenalte Verhaltensmuster erkannt und aufgelöst werden. Aber, es ist möglich, mit Achtsamkeit, Bewusstsein und Entschlossenheit seine Fähigkeit zur Resilienz auch im Erwachsenenalter entscheidend zu verbessern.

Die sieben Saulen der Resilienz sind:

  1. Optimismus
  2. Akzeptanz
  3. Lösungsorientierung
  4. Verlassen der Opferrolle
  5. Verantwortung
  6. Netzwerkorientierung ( Freunde, Beziehunge)
  7. Ziele

Mögliche Wege, die Fähigkeit zur Resilienz zu fördern:

  1. Optimismus: Ändere deine innere Haltung: zum Leben, zu dir selbst, zu Situationen. Entwickle deinen Sinn für Alltagskomik - aber achte dabei darauf, nicht zynisch zu werden.
  2. Akzeptanz: Schliesse Frieden mit deiner Vergangenheit. Frage dich: "Was habe ich daraus gelernt?" oder "Hat das Ereignis vielleicht auch etwas Gutes in mein Leben gebracht?" Bedenke, du kannst zwar die Vergangenheit selbst nicht ändern, jedoch deren Bedeutung! Wo begrenzt du dich selbst mit deinem Denken in deiner Freiheit? Fühlst du dich zum Beispiel unatraktiv, zu unsportlich oder ungeschickt? Bist du wütend, ängstlich oder enttäuscht? Fühlst du dich in deiner jetztigen Lebenssituation gefangen, weil du keine Lösung siehst? Erweitere deine (Gedanken) Grenzen. Verwandle dein Problem in eine Ressource. Akzeptiere, was du nicht ändern kannst, gib ihm eine neue Bedeutung - das andere, ändere!
  3. Lösungsorientierung: Problemfixierung bringt keine Lösungsaussicht!! Konzentriere dich auf die Lösung, das Ziel. Wunderfrage: stell dir vor, über Nacht geschieht ein Wunder und dein Problem ist gelöst...was hätte das für Auswirkungen auf dein Leben...? Schaue dann von der Zukunft in die Vergangenheit (jetztige Gegenwart) - wie hast du das Problem gelöst?
  4. Verlassen der Opferrolle: Entdecke deine Selbstwirksamkeit. Bereits in kleinen Alltagssituationen kannst du Selbstwirksam sein. Wo haben sich Situationen dank deiner Interaktion bereits verbessert? Mache dir deine negativen Glaubenssätze bewusst und wandle sie in positive um - bleib dran! Es dauert, bis sie verinnerlicht sind. Mach dir bewusst, dass es manchmal auch Vorteile bringt, sich in der Opferrolle aufzuhalten. Wo holst du dir einen Vorteil? Ist es einfach bequem für dich? Schiebst du anderen die Schuld für deine Misere zu? Hast du Angst vor dem Unbekannten oder vor der Verantwortung für dein Leben? Bekommst du dadurch Zuwendung, Hilfe, Unterstützung, Aufmerksamkeit?
  5. Verantwortung: Übernimm Verantwortung für dein Denken und Handeln. Finde dafür zuerst deine Werte. Frage dich, was ist für dich wichtig und wertvoll? Hinterfrage deine Antwort und unterscheide zwischen echten Werten und Ego. Dann übernimm die Verantwortung und handle zugunsten deiner Werte und Ideale.
  6. Netzwerkorientierung: Wo kannst du Hilfe und Unterstützung finden? Mit wem kannst du dich verbinden? Das heisst nicht, dass du zurück in die Opferrolle gehst, denn du handelst neu aus einer selbstbewussten, strategischen Position um schliesslich selber aktiv zu werden. Netzwerke helfen dir, deine Ziele zu erreichen und zum Beispiel auch in Krisensituationen emotional stark zu bleiben.
  7. Ziele: Definiere deine Ziele. Um ein Ziel erreichen zu können ist es sehr hilfreich, wenn du etwas ähnliches schon einmal erlebt hast. Durch die Erinnerung werden Gefühle frei welche dir helfen, dich in dem bestimmten Resonanzfeld zu bewegen. Du kannst nicht mit etwas in Resonanz treten, das du nicht kennst. Deshalb ist es manchmal sinnvoll langfristige Ziele in kurz- und mittelfristige Ziele zu unterteilen. Siehe dazu auch meinen Blogartikel "Das Gesetz der Resonanz und die morphogenetischen Felder".

 

 

 

 

 

Kommentare  

#2 Brigitte Arnold 2017-05-19 18:00
Liebe Liki
vielen Dank! Das freut mich sehr, dass dir die Infos nützen. Ich finde schon, dass wenn man gezielt an diesen sieben Säulen arbeitet, das Leben einfacher und leichter wird, weil sich die Sicht auf das Leben und der Bezug zu den Dingen, ändern.

Viel Erfolg beim Umsetzen :-)
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#1 Likica 2017-05-19 15:56
Gerade gelesen! Super! :roll: Tolle Informationen und ich kann damit vieles anfangen! Es gefällt mir wie du alles so leicht auf dem Punkt bringst :-) DANKE dass du diese Erkenntnisse hier mit uns teilst! :-) *Daumen hoch*
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